Grunderwerbssteuer für Pachtparzelle


  • Die Aussage von Alien2 hat mir keine Ruhe gelassen.
    Wie kann diese Steuer verlangt werden, wenn ich NICHTS besitze?
    Hier muss dem "Amt" ein gravierender Irrtum vorliegen, wobei diese Fakten dem FA dargelegt werden müssen. Hier der Pachtvertrag, der Kaufbeleg über das Mobilheim sowie Fotos davon.
    Sobald keine tatsächliches Eigentum des Grundstücks vorliegt, ferner das Mobilheim nicht fest mit dem Erdreich verankert ist, kann hier KEINE Grunderwerbssteuer erhoben werden.
    Als Suchbegriff hatte ich eingegeben: "Grunderwerbssteuer für Pachtland", fand hier dann auch die relevanten Ergebnisse.
    Ich hoffe, das hilft bei der Durchsetzung und Stornierung der Forderung!
    Gruß,
    "eulengerd"

  • Sorry,


    aber bei einem Erbpachtgrundstück gehört einem das Grundstück auch nicht - trotzdem wird die Steuer fällig. Du willst / hast ja dort deinen Erstwohnsitz angemeldt.
    Was auf dem Grundstück bebaut wird ist dabei egal.

  • DAS mag wohl so sein, aber, rein steuerrechtlich existieren hier anscheinend gravierende Unterschiede.
    Ich selbst bin ja kein Fach-"Mensch", hatte mich lediglich im Netz versucht "schlau" zu machen.
    Auch meine Frau und ich haben hier, aufgrund unseres Wohnsitzes, einen unbefristeten PACHTVERTRAG, haben jeweils für unser Hobby-Landhaus und dem neuen Holzbungalow-Vorbau eine Versicherung gefunden. Niemand hat je irgendwie auf Steuermerkmale aufmerksam gemacht.
    Zudem sind ja, rein rechtlich gesehen, Wohnwagen, Vorbau und die drei Metallschuppen unser Eigentum, so dass wir auch, sofern notwendig, angeben, in einem Eigentum zu wohnen.
    Daher sollten all' die Forum-Mitglieder, die tatsächlich Steuern entrichten müssen, sich an die zuständigen Gemeinden wenden, um die Angelegenheit klären zu lassen.


    Grüße,
    Gerd

  • Hey, Ihr Lieben,


    Ihr müßt die Fragestellung anders formulieren: "Grunderwerbsteuer auf fremden Grund" Dann bekommt Ihr die richtigen Antworten. Die Höhe der Steuer liegt an der Gegend, in Niedersachsen sind es 5% von der Kaufsumme, aber es gibt auch Länder, die einen höheren (wenige mit 4 oder 4,5%) Prozentsätze haben. Wenn im Kaufvertrag (muß kein Notar sein) ein Teil auf die Inneneinrichtung benannt wurde, wird dieser Teil abgezogen. Es wird nur der Gebäudewert zur Berechnung herangezogen. Ist nur eine Gesamtkaufsumme angegeben, ...Pech gehabt, dann kommt es auf die volle Summe. Wenn jemand keinen Steuerbescheid bekommen hat, ...Kopf einziehen und Klappe halten.. ...leider kann der Bescheid noch nach Jahren kommen... Mein Grundsteuerbescheid (also die jährlichen Steuern auf das Gebäude (auf fremdem Grund) war schon VOR meinem Einzug da, weil mein Vorgänger das irgendwo weitergegeben hatte.... und der ist höher als für mein Einfamilienhaus mitten in Achim/Bremen... und auch hier muß ich einerseits an den Verpächter eine Grundsteuer auf das Pachtland zahlen (extrem niedrig, da nur das Pachtland /Parzelle besteuert wird) + die Grundsteuer, wegen dem auf dem Pachtland stehendem Haus.


    Hier ein kopierter Ausschnitt.... Liebe Grüße Konstanze
    Grunderwerbssteuer: Die häufigsten Sonderfälle

    Wann muss man Grundsteuer zahlen, wann nicht und wann muss ich, wie viel bezahlen?


    Gebäude auf fremdem Grund und Boden
    Überraschungen treten bei dem steuerlichen Sonderfall des „Gebäudes auf fremdem Grund und Boden“ auf.



    Zivilrechtlich ist der Eigentümer des Grund und Bodens regelmäßig auch Eigentümer der aufstehenden Gebäude.
    Das Finanzamt wendet dagegen die wirtschaftliche Betrachtungsweise an und erkennt – wenn alle Voraussetzungen gegeben sind – das wirtschaftliche Eigentum eines Gebäudes auf fremdem Grund und Boden an.
    Das kann bei verschiedenen Steuerarten zu günstigeren und gerechteren Ergebnissen führen.
    Bei einem Verkauf dieses Gebäudes ist jedoch Vorsicht geboten. Denn der Verkauf muss keineswegs von einem Notar beurkundet werden, weil es nach den Vorschriften des Zivilrechts überhaupt keinen Eigentümer des Gebäudes gibt.
    Dennoch besteuert das Finanzamt den Vorgang.
    Das Finanzamt setzt mithin Grunderwerbsteuer fest, wenn ein Gebäude auf fremdem Grund und Boden verkauft wird. Die Steuer richtet sich nach dem Wert der Leistungen, die der Erwerber dem Erbauer des Gebäudes zahlt.
    Die Bewertung erfolgt mit dem gemeinen Wert.

  • ein kleiner Nachtrag,
    wer einen Wohnwagen oder ein tatsächlich "mobiles" Haus hat, da fällt alles drunter, was man, wie auf einem Erholungsplatz üblich ist, innerhalb eine "angemessenen" Zeit ab- und auf bauen kann, so dass der Platz danach frei von allen Dingen ist...
    Unter einer "angemessenen" Zeit versteht man 3 Std. bis zu einem halben Tag, ...bei etwas gutem Willen, einen ganzen Tag, liegt im Ermessen der Behörden.
    Liebe Grüße Konstanze :)

  • Ja, genauso war es bei uns. Unser Wohnwagen war von jeglicher Steuer befreit, auch der Grundsteuer, da er jederzeit wegziehbar war und dann das Pachtgrundstück frei war. Zweitwohnungssteuer: da geht wohl auch jede Gemeinde anders mit um. Wir brauchten keine zu bezahlen.
    Jetzt brauchen wir auch keine Grunderwerbssteuer zu bezahlen, da wir das Mobilheim hier selber aufgestellt haben. Nur Grundsteuer wird nun auch für uns fällig.

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten :D
    Gruß aus dem Landkreis OHZ

  • Daher sollten all' die Forum-Mitglieder, die tatsächlich Steuern entrichten müssen, sich an die zuständigen Gemeinden wenden, um die Angelegenheit klären zu lassen.

    Erst einmal sollte man bei Eintreffen des Bescheides nicht sofort in Panik ausbrechen und dadurch eventuell schlafende Hunde wecken.


    Wir haben zuerst den Kontakt mit der Verwaltung gesucht und dort die verbindliche Auskunft erhalten, dass Grunderwerbssteuer rechtens ist.
    Dann haben wir die "alten" Bewohner angesprochen und dort erstaunte Blicke geerntet. Von so einer Steuer wollen sie noch nie gehört haben.
    Jetzt waren wir noch mehr verwirrt und haben bei den "neueren" Bewohnern nachgefragt und siehe da: Alle hatten NACH der ERSTWOHNSITZ-Anmeldung Bescheid bekommen.


    Trotzdem wollten wir absolute Gewissheit und haben einen Anwalt für Baurecht aufgesucht. Beratung hat 30 Euronen gekostet und hatte das Ergebnis, dass die Forderung rechtens ist.


    Da wir den Kaufvertrag in Kopie ans Finanzamt schicken sollten, haben wir uns entschieden, lieber selbst dort vorzusprechen. Dort war man wirklich sehr bürgernah eingestellt und freundlich.


    Letztendlich haben wir zähneknirschend die Grunderwerbssteuer gezahlt. Es hätte keinen Sinn gemacht, dagegen anzugehen. Damit hätten wir dann tatsächlich schlafende Hunde geweckt und einen Prozess hätten wir eh verloren.


    Die Grundsteuer B ist ebenso rechtens, aber der jährliche Obulus so gering, dass es sich nicht lohnt, darüber zu ärgern (42 Euro jährlich).
    Alles in allem sind wir inzwischen sogar froh, dass es so gekommen ist.
    Wer diese Steuern zahlt, so unsere Meinung, kann nicht so schnell als illegaler Bewohner rausgeworfen werden. Da würden dem Finanzamt ja gute Einnahmen wegbrechen.


    Wer bisher noch nichts zahlen brauchte: Füße still halten! Hunde, die man reizt, könnten beißen! ;)


    Guten Morgen ins Land!


    Alien2

  • Ihr müßt die Fragestellung anders formulieren: "Grunderwerbsteuer auf fremden Grund" Dann bekommt Ihr die richtigen Antworten. Die Höhe der Steuer liegt an der Gegend, in Niedersachsen sind es 5% von der Kaufsumme,...

    Wir (NRW) wurden ebenfalls mit 5% von der MH-Kaufsumme besteuert. War ein hübsches Sümmchen, womit wir nicht gerechnet hatten.
    Aber jetzt ist alles vergessen und wir möchten hier nie wieder weg. :)


    Alien2

  • Die grundsätzliche Besteuerung ist Landes- / Kommunenabhängig - also nicht in Deutschland überall gleich! Die Kommunen haben gleichzeitig das Recht, die Höhe der Grundsteuer festzulegen.
    Daher sind wir der gleichen Meinung: wer nichts zahlen braucht - Füße still halten.
    VG

  • ....na, das hört sich ja dann doch "relativ" gut an.
    Auch ich würde dann doch lieber meine "Klappe" halten und mich wie die berühmten drei Affen verhalten, nichts hören, nichts sehen, nichts sagen!!!


    Ich warten dringend auf den Frühling......................... :sonnen

  • Hallo an alle,
    na, da hab ich anscheinend was losgetreten :)
    Ich glaube, mit den verschiednen Antworten ist auch Deine Frage, Susanne, beantwortet. was relativ schnell abgebaiut werden kann, unterliegt nicht der Grunderwerbsteuer.
    Die Grundsteuer ist einerseits seitens des Verpächters (auf den Grund) rechtens, kann er einfordern wie man es als Vermieter auch bei den Mietern machen kann, andererseits auf Wohngebäude direkt vom Finanzamt per Steuerbescheid rechtens.
    ...übrigens, das mit den 42€ von Alien2 ist sehr gering, meine ist auch 42€, glaube ich, aber leider mehrmals im Jahr, also höher als auf meinem Haus vorher mitten in der Stadt.
    ...und damit ergibt sich auch, wenn man vom Finanzamt einen Steuerbescheid bekommt, aber keinen zur Grunderwerbssteuer, ...aussitzen... nicht selbst aktiv werden, denn man ist ja erfaßt, also könnte alles angefordert werden... wie gesagt, das könnte dauern...
    Liebe Grüße
    Konstanze

  • ...und damit ergibt sich auch, wenn man vom Finanzamt einen Steuerbescheid bekommt, aber keinen zur Grunderwerbssteuer,

    Bei uns kam zuerst der Bescheid über zu zahlende Grunderwerbssteuer und viel später erst der Bescheid über Grundsteuer B. Aber stimmt schon; ist man erst einmal erfasst, haben sie dich. ;)


    Frühling? Möge er bald anklopfen, ich reiße sofort die Tür auf. :super


    Alien2