Was würde sich ändern, wenn der § 10 Baunutzungsverordnung gekippt würde?


  • So, hier ist jetzt das richtige Forum für alle Dauerbewohner auf C.-Plätzen.


    Diskussion von "drüben": http://www.forum-mobilheim.de/…n/?postID=23674#post23674


    Nun ja, was würde sich denn wirklich ändern, wenn dieser unselige §10 geändert würde? Natürlich kann das ein Laie nur laienhaft beantworten, aber es sollte eigentlich klar sein, dass es dann drei unterschiedliche Kategorien von CP-Bewohnern geben würde, oder?
    Einmal Diejenigen, die als Tages- oder Urlaubscamper einchecken; einmal Diejenigen, die sich heutzutage wohl Dauercamper nennen und von Frühling bis Herbst vor Ort sind und dann noch Diejenigen, die ganzjährig mit Erstwohnsitzanmeldung da wären.


    Wäre so etwas überhaupt machbar und sinnvoll? Sollte man den CP in drei Kategorien unterteilen? Sollte das Wohnen mit Erstwohnsitz nur in festen Mobilheimen erlaubt sein? Und was wäre dann mit den vielen WW-Bewohnern?


    Es wurde ja bereits "drüben" diskutiert, ob die Situation am Entenfang auf ganz NRW oder -schlimmstenfalls- auf ganz D überschwappen könnte. Klar ist derzeit nur, dass es ein Grundsatzurteil in D gibt, welches das Wohnen auf dem CP untersagt. Begründung: Bestehender § 10 Baunutzungsverordnung. Im krassen Gegensatz dazu gibt es aber (noch) kein Gesetz, welches eine Erstwohnsitz-Anmeldung verbietet.
    Das führt dazu, dass es (noch?) zu völlig unterschiedlichen Handhabungen kommt. Duldet ein CP-Betreiber das Dauerwohnen und die Gemeinde toleriert die Erstwohnsitz-Anmeldung, ist erst einmal alles gut. Dass es auch im Nachhinein noch schief gehen kann, kann man im aktuellen Fall am Entefang sehen. Wobei es besser gewesen wäre, man hätte sich auf ein Datum NACH dem ersten Verwaltungsakt geeinigt und nicht rückwirkend auf 04/2014.


    Nun ja, als erfahrener Ferien- und Dauercamper kann ich wohl sagen, dass CP-Betreiber wohl mehr an Feriencamper verdienen; vor allem dann, wenn der Platz in direkten Urlaubsgebieten liegt und spezielle Angebotsmöglichkeiten aufweist. Strand am Meer oder am See, Kinderspielplatz, Pool, Einkaufsmöglichkeit etc. . Wer schon einmal am Lido in Italien gewesen ist, weiß, dass man dort oft schon zwei Jahre im Voraus buchen sollte.


    D hat viele schöne Plätze und auch dort sollte man sich rechtzeitig anmelden, sobald der eigene Urlaubsplan feststeht.


    Die Frage, warum gleichzeitig das Wohnen auf dem CP von etlichen Betreibern geduldet wurde (wird?), kann ich nicht beantworten. Laut meiner Info ist das ja kein neues Phänomèn, sondern besteht seit Jahrzehnten. Warum also bestraft man nun die Bewohner, die nur das getan haben, was man erlaubt hat? *Grübel*


    Aber gut, was würde sich denn nun wirklich ändern, wenn das Wohnen legalisiert würde? Mir fällt dazu ein: Grundsteuer, Grundererwerbssteuer, Baugenehmigungsverfahren bei Neuaufstellung eines MHs, Feuerwehr- und Schornsteinfegerauflagen.
    Die noch zu klärende Frage wäre dann nach den Modalitäten der vielen WW-Bewohner. Sollten für sie die gleichen Bedingungen gelten?


    Ich verfolge regelmäßig, was es an Neuigkeiten im Netz gibt. Außerdem gibt es im Hintergrund juristischen Rat, falls Fragen aufkommen. Das nur nebenbei... wegen des Vorwurfs, ich hätte ja keine Ahnung und sollte mal über den "Tellerrand" schauen. :rolleyes:


    PS: Und nun hoffe ich, dass meine allerletzte (inoffizielle) Info ein-für allemal einen Beitrag wie diesen unnötig macht: Nämlich, dass es gute Gründe gibt, dass es zu einer Ausnahmegenehmigung kommen KÖNNTE. Das würde zwar nicht allen Bewohnern helfen (WW-Nutzer wohl weniger), aber das wäre wenigstens ein Anfang.


    Euer
    Alien2 :sonnen

  • Ich sage jetzt nicht mehr viel hierzu, weil man erst einmal verinnerlichen muss, dass der $10 viele Gesetze und Verordnungen, etc aushebelt, die bei Entfernung des Paragraphen wieder greifen werden. Dann könnte man alle CPs schließen, auf denen der 1. Wohnsitz erlaubt würde. Die Vorschriften könnte kein CP einhalten und dann wäre man ja auch bei einer normalen Grunsstücknutzung.


    Aber das wurde ja schon öfters geschrieben.


    Ansonsten fände ich es gut, wenn diejenigen, die alle es ja so viel besser machen könnten, doch mal in die Politik gehen würden und dies dann auch versuchen durchzusetzen. ;)


    Wir haben bestehende Gesetze, die erst einmal gelten und eingehalten werden müssen. Wenn man sich nicht an die Gesetze hält, muss man mit den Konsequenzen rechnen.


    Nun ja, als erfahrener Ferien- und Dauercamper kann ich wohl sagen, dass CP-Betreiber wohl mehr an Feriencamper verdienen;

    Das kann so nicht stimmen, da es in z.B. in Holland sehr viele Plätze gibt, die aus mehr MH bestehen als aus Durchgangsplätzen. Unser Platz alleine hat ca. 800 Plätze, dafon sind nur ca. 200 Durchgangsplätze. Meine Erfahrung als erfahrener Camper. ;)


    Hier vergiss bitte nicht, dass die Feriencamper saisonabhängig auf dem Platz sind und für den Platz mehr Aufwand besteht (Rezeption, Platzaufbereitung, Kontrolle, etc).

    • Letzteres kann ich bestätigen - auf unserem Platz gibt es keine Feriencamper: die allgemeinen sanitären Anlagen sind schlicht gesagt minimalistisch und nur als Notstoofem geeignet - und der Betreiber hat einen überschaubaren Aufwand. Ist ihm wohl lieber so und genug verdienen tut er wohl auch....
  • ....drei unterschiedliche Kategorien von CP-Bewohnern geben würde, oder?
    Einmal Diejenigen, die als Tages- oder Urlaubscamper einchecken; einmal Diejenigen, die sich heutzutage wohl Dauercamper nennen und von Frühling bis Herbst vor Ort sind und dann noch Diejenigen, die ganzjährig mit Erstwohnsitzanmeldung da wären.

    ...und diejenigen, die ganzjährig dort wohnen, aber woanders gemeldet sind.



    Wäre so etwas überhaupt machbar und sinnvoll? Sollte man den CP in drei Kategorien unterteilen? Sollte das Wohnen mit Erstwohnsitz nur in festen Mobilheimen erlaubt sein? Und was wäre dann mit den vielen WW-Bewohnern?

    Schön wäre es doch, wenn alles so bliebe, wie es ist. Für den einen gibt es nichts besseres, als auf einem Campingplatz zu wohnen. Für andere sind die heutigen Mieten unbezahlbar geworden.


    Wir persönlich können uns nicht mehr vorstellen, in einem Mehrfamilienhaus mit Nachbarn links, rechts, oben und unten zu wohnen.
    Der älteste Wohnwagen wäre uns da lieber.


    Außerdem wäre es schön, wenn man sich in diesem Land um wichtige Dinge kümmern würde, anstatt einigen armen Campingplatzbewohnern ihre Existenz zu rauben und damit ihr Leben zu zerstören.



    Nun ja, als erfahrener Ferien- und Dauercamper kann ich wohl sagen, dass CP-Betreiber wohl mehr an Feriencamper verdienen; vor allem dann, wenn der Platz in direkten Urlaubsgebieten liegt und spezielle Angebotsmöglichkeiten aufweist.

    Kann ich so bestätigen. Abhängig ist das natürlich von der Lage und der Beliebtheit und damit verbundenener Auslastung des Platzes.
    Wir kennen einige private Betreiber von Campingplätzen in Deutschland und den Niederlanden persönlich.
    Die Dauercamper dort bringen die regelmäßigen Einkünfte, während Einnahmen durch Feriencamper häufig wetterabhängig sind.
    In der Regel übersteigen die Einnahmen einer Parzelle nach 30-50 Tagen Vermietung die Einnahmen, die durch Dauercamper erzielt werden.
    Deshalb überlegt sich jeder Betreiber genau, wie viele Plätze er für Feriengäste anbietet und wie viele für Dauercamper.



    Warum also bestraft man nun die Bewohner, die nur das getan haben, was man erlaubt hat?

    Genau!
    Zumindest waren sie in gutem Glauben, dass es erlaubt sei. Nicht jeder befasst sich ausgiebig mit irgendwelchen Gesetzeslagen, sondern möchte einfach nur in Frieden leben.

  • Ansonsten fände ich es gut, wenn diejenigen, die alle es ja so viel besser machen könnten, doch mal in die Politik gehen würden und dies dann auch versuchen durchzusetzen.

    Hach ja... jetzt könnte ich schon wieder einen Roman schreiben. Verkneif ich mir. Ist zu heiß. :D



    Schön wäre es doch, wenn alles so bliebe, wie es ist.

    :super Voll zustimm! :D



    Außerdem wäre es schön, wenn man sich in diesem Land um wichtige Dinge kümmern würde, anstatt einigen armen Campingplatzbewohnern ihre Existenz zu rauben und damit ihr Leben zu zerstören.

    :super Voll zustimm! :D




    In der Regel übersteigen die Einnahmen einer Parzelle nach 30-50 Tagen Vermietung die Einnahmen, die durch Dauercamper erzielt werden.
    Deshalb überlegt sich jeder Betreiber genau, wie viele Plätze er für Feriengäste anbietet und wie viele für Dauercamper.

    Richtig! Hätten wir, statt als Dauercamper (von März bis Oktober), den normalen Preis für je eine Übernachtung zahlen müssen, wäre die Urlaubskasse nach spätestens 50 Tagen leer gewesen.



    Zumindest waren sie in gutem Glauben, dass es erlaubt sei. Nicht jeder befasst sich ausgiebig mit irgendwelchen Gesetzeslagen, sondern möchte einfach nur in Frieden leben.

    Stimmt! :)


    Und ich glaube immer noch daran, dass es Schubladen in den Ämtern gibt, die nur alle paar Jahre mal auf- und wieder zu geschoben werden. ;)



    Gruß nach Holland! :)

  • Träume sind schön, aber nicht realistisch.


    Hach ja... jetzt könnte ich schon wieder einen Roman schreiben. Verkneif ich mir. Ist zu heiß.

    Versuchs doch mal.


    Vielleicht sollten sich mal alle, die noch in der rosaroten Wolke leben, vorzustellen, wie sich die Angestellten der Städte und Gemeinden fühlen, die mit solchen Anliegen konfrontiert werden.


    Wie gesagt, geht in die Politik und versucht, alles anders zu machen. Ihr werdet euer blaues Wunder erleben. :D